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Die Peninsulamedaille

Nachdem der Braunschweiger Herzog Friedrich Wilhelm, der wegen seiner schwarzen Uniform auch der Schwarze Herzog genannt wurde, England mit seinem Husarenstück, dem Marsch durch Norddeutschland, erreicht hatte, wurde sein Korps die Schwarze Schar nach englischem Vorbild neu strukturiert. Unter dem Oberbefehl Wellingtons kämpften die Braunschweiger Truppen von 1810 bis 1814 in Portugal, Spanien und auf Sizilien gegen die Franzosen.

Am 8. Oktober 1810 betrat die Braunschweiger Infanterie als Brunswick Oels Jägers und Teil der Kings German Legion (der Königlich Deutschen Legion) portugiesischen Boden und landete in Lissabon. Ihren ersten Kampfeinsatz hatten die Soldaten am 17.November 1810 an der Torres Verdas Linie. Zwei Tage später gab es ein weiteres Gefecht bei Santarem. 1811 wurden die Braunschweiger Truppen reorganisiert und zum Teil unterschiedlichen Truppenteilen zugeführt. Hierbei waren die Schwarzuniformierten Soldaten an einer großen Schlacht und fünf schweren Gefechten beteiligt. Im Juli 1812 begann ein weiter Feldzug für die Braunschweiger Truppen mit der Schlacht bei Salamanca. Es gab immer wieder Gefechte und auch Schlachten bei denen die Braunschweiger Freiwilligen eingesetzt wurden. 1813 zum Beispiel bei der Erstürmung der Festung St. Sebastian, beim Übergang über die Biadossa und der Schlacht an der Nive. Der letzte Einsatz für die Braunschweiger Infanterie war am 27. Februar 1814 die Schlacht bei Orthez, hier erlitten sie die höchsten Verluste während des gesamten Spanieneinsatzes. Auf dem Schlachtfeld standen sich Arthur Wellesley, 1. Herzog von Wellington und einer der fähigsten französischen Marshälle Nicolas Jean de Dieu Soult, Herzog von Dalmatien mit ihren Truppen gegenüber. Die Braunschweiger Infanterie wurde dann am 25. Dezember 1814 aus Britischem Dienst entlassen.

Die Braunschweiger Husaren landeten erst im Juli 1813 in Spanien und wurden dort mit italienischer, spanischer, portugiesischer und britischer Kavallerie zusammen eingesetzt. So unter anderem bei dem Gefecht um Villa Franca. 1814 nahmen die Braunschweiger Husaren dann an der Invasion von Sizilien teil. Hier wurden sie 1816 aus Britischem Dienst entlassen.

Um diesen Kampf gegen napoleonische Truppen zu würdigen stiftete Herzog Karl II. der Sohn von Herzog Friedrich Wilhelm am 30. Oktober 1824 die Peninsulamedaille in zwei Ausführungen. Diese Ehrenmedaille sollten alle Männer bekommen, die im englisch braunschweigischen Dienst gestanden und auf der pyrenäischen Halbinsel (Spanien und Portugal) den oben beschriebenen Feldzug von 1810 bis 1814 mitgemacht hatten und zum Zeitpunkt der Stiftung entweder noch im braunschweigischen Dienst standen oder Wartegeld, in der Armee spricht man auch vom Inaktivitätsgehalt, bezogen. Offiziere erhielten die Medaille in Silber, Unteroffiziere und Mannschaften bekamen die Medaille in Bronzeausführung. Getragen wurde die Peninsulamedaille an einem karmesinroten Band. Der Hersteller der Medaillen war Brasseux Freres in Paris, da Karl sich gerade in Paris aufhielt.

Die Aversseite der Peninsula zeigt in der Mitte ein Schild mit zwei in einander verschlungen C für den Namen des Stifters. Darum sind drapierte Kriegstrophäen angeordnet zu sehen: ein Mörser, vier Fahnen, eine Trommel und Trompete, ein Schwert, ein Liktorenbündel (Faszes), Lorbeerzweige und drei Kanonenkugeln. Im unteren Abschnitt der Name des Stempelschneiders: Brasseux Freres.



Die Reversseite der Peninsulamedaille trägt in der Mitte die Inschrift: Peninsula. Die Inschrift ist auf der linken Seite von einem Eichenlaubzweig umgeben und auf der rechten von einem Lorbeerzweig. Die Zweige sind unten mit einer Schleife zu einem Kranz verbunden.



Nachdem Karl II. 1830 seinen Thron verloren hatte und sein Bruder Wilhelm an die Macht gekommen war, erneuerte er die Stiftung und erweiterte den Empfängerkreis. Er stiftete die Peninsulamedaille am 21. September 1833. Die Stiftung erfolgte für Soldaten, die den oben beschriebenen Feldzug von 1810 bis 1814 auf der iberischen Halbinsel (Peninsula) mitgemacht hatten, aber durch die Stiftung von 1824 nicht berücksichtigt wurden. Also ehemalige Soldaten, die zum Beispiel inzwischen einen anderen Beruf inne hatten und kein Wartegeld bezogen.

Offiziere bekamen die Medaille in Silber, Unteroffiziere und Mannschaften in Bronze verliehen. Die Medaille wurde mit Hilfe einer Zarge an einem karmesinroten Band getragen. Der Hersteller war der Braunschweiger Stempelschneider F. Streuber.



Die Aversseite zeigt in der Mitte ein Schild mit einem W für Herzog Wilhelm darauf. Das Schild wird von den gleichen Kriegstrophäen wie auf der von Karl II. gestifteten Medaille umgeben, jedoch sind die Fahnen deutlicher gearbeitet und hier sind sechs Kanonenkugeln zu sehen. Im unteren Abschnitt trägt die Medaille den Namen des Braunschweiger Stempelschneiders F. Streuber.



Die Reversseite zeigt in der Mitte den Schriftzug Peninsula und darum wie auf der Medaille von Karl II. einen Kranz aus Eichenlaub und Lorbeerzweig. Die Zweige sind fülliger gearbeitet, als bei der Medaille von 1824.
   
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